„Who Am I!“

14 Songs aus eigener Feder und ein Cover von Billy Idols Klassiker White Wedding. Wer es nicht erwarten kann bis die 14 monatlichen Singlereleases auf Spotify & Co erhältlich sind, der holt sich hier einfach den digitalen Release oder gleich das Vinyl Album mit dazu.

AKTIV AB 6.11.2020

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Das Album ist komplett in Eigenregie ohne die finanzielle Unterstützung eines Labels entstanden und somit trage ich auch alle Kosten für die Gastmusiker, Mix und Master und die Pressung ganz zu schweigen von Blood, Sweat and Tears. Die 25 Euro für’s Vinyl Album sind die reinen Herstellungskosten und Versandkosten. Jeder Cent mehr kommt der Albumproduktion selbst zugute.

Eine ausführliche Dokumentation des Entstehungsprozesses ist zu finden auf Instagram unter dem Hasthag #whoamithealbum

PRESSETEXT

Die Diagnose

Zwei Jahre hat es (nicht zuletzt wegen Corona) gedauert – jetzt ist es fertig: Mein erstes Album in kompletter Eigenregie.

„Who Am I!“ ist – der Titel lässt es vermuten – meine Definition der musikalischen Komfortzone. 

Die Stilistik, mit der ich mich wohl fühle. Die es mir kompromisslos ermöglicht, Stücke ohne Schmeichelei zu schaffen. Ohne mich einem Markt, einem Label oder auch einem bestimmen Genre andienen zu müssen.

Aufgewachsen bin ich in einem musikalischen Elternhaus in dem ständig Musik lief, musiziert wurde und das mich schon mit 5 Jahren dazu bewegte Gitarre lernen zu wollen. Während ich im Wohnzimmer Lego-Häuser baute wurde ich mit Künstlern von Neill Young, Rolling Stones, Bob Dylan, Leo Kottke, Steely Dan, Free oder Emerson Lake and Palmer beschallt und sobald ich E-Gitarre spielen konnte wurde sorgfältig die komplette Plattensammlung seziert. Da war dann auch Elvis, Ten Years After, Queen, Dire Straits und John Fogerty. Als Teenie in den Neunzigern führte dann auch kein Weg an Guns ‚n‘ Roses, Nirvana oder Soundgarden vorbei und auch der Einzug des Acid Jazz ließ mich unvermittelt neuartige Klangwelten erschließen. 

Das „vorläufige“ Ende vom Lied ist, dass alle meine Einflüsse sich addiert haben. Nie hat es eine Musikrichtung geschafft mich zu 100% für sich zu gewinnen. So besteht auch meine Live Erfahrung aus Rockabilly, Blues, Jazz, Latin und Fusion, Rock, Singer/Songwriter, BigBand, Soul Bands und natürlich auch Party Mukke. Sogar zum Volkstanz mit der „Stuben Musi“ habe ich aufgespielt.

„Who Am I!“ ist also simultan Retrospektive und Perspektive.
Eine Egotheraphie in 14 Sitzungen.

Die Therapie

Jam Like The Dead – initial geprägt von den Allmann Brothers und Grateful Dead vertont der Song das Gefühl im Windschatten. Dem Wunsch mit den tollen und wichtigen Musikern und Idolen zu spielen und zu touren um am Ende festzustellen, dass man auch wenn er nicht so war wie beschrieben, bisher einen einmaligen Weg gehen durfte und letztendlich genau da ist wo sich viele wünschen würden zu sein.

Gotta Roll war die erste Nummer, die ich bewusst für das Album geschrieben habe. Noch einmal kurz über die gut gemeinten Ratschläge – „forever in debt to your priceless advice“ (Nirvana – Heart shaped box) nachgedacht und dann schlichtweg alles über den Haufen geworfen und losgelegt.

Begleitet von denen, die nicht nur reden sondern wirken.

Einer der den Weg nicht mehr erleben durfte ist mein Vater, dessen abruptes „Aus-dem-Leben-gerissen-werden“ (und natürlich aus meinem) in Right Time To Go seine Verarbeitung findet. Der Song basiert auf dem Gedanken, wieviele mir wichtige Dinge ich ihm nicht mehr zeigen bzw. erzählen kann. Mein komplettes Erwachsenwerden und -sein. Ein wenig schwingt auch der Vorwurf mit, dass er immer seinen Willen durchsetzen musste, was auch indirekt zu seinem frühen Ableben führte.

So konnte er auch nicht dabei sein, als ich zum einzigen Mal in meinem Leben zu 100 % wirklich alles richtig gemacht habe: White Wedding.
Da spielt es auch keine Rolle, dass Billy Idol eher einen Anti-Hochzeits-Song im Sinn hatte. 

And A Pony kann dagegen nicht mit tiefgründigem Hintergrund aufwarten und ist einfach nur ein Spaß-Song, um zusammen mit Joe Doblhofer von Panzerballett ein paar Gitarrensoli vom Stapel zu lassen. Und wer will schließlich kein Pony?

Beim Titelsong Who Am I! dreht sich alles um das Thema Eigen- und Fremdwahrnehmung.
Wer bin ich, wie sehen das andere und vor allem wie sehr beeinflussen Social Media und seine Algorithmen das Bild anderer von mir. Eine durchaus schmerzhafte Erfahrung! Musiker oder Freunde (da muss man unterscheiden) waren regelmäßig fixiert auf eine Momentaufnahme von mir. Ein Hate Song an alle Filter und Algos!

Wieviel Zeit und Energie investiert man in sich selbst, ins Vorankommen, in die Selbstverbesserung? Wo verwirklicht man seine Ziele, Wünsche und Träume beim Erkunden und Entdecken der Welt?
Mündet der eigene Fluss in einen größeren, in einen See oder gar ins Meer mit seiner unendlichen Weite? Oder bleibt man immer Wasser und ist etwa doch nicht vorangekommen? Dieses Gefühl beschreibt River To The Lake

She Only Wants To Dance auch wenn man sich selbst auf der Bühne vielleicht gerade was anderes einbildet. Sie will einfach nur tanzen. Zum Glück hat sich die Hartnäckigkeit am Ende doch ausgezahlt.

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft mit ganz neuen Problemen über die ich mich ständig aufrege, weshalb meine Mutter mir nahe legte: „Dann mecker ned, schreib ein Lied!“. Gesagt getan, fertig war Z’Guad, das gerade in der aktuellen Situation besonders an Bedeutung gewonnen hat.

Es gibt Menschen, denen möchte man einfach seine intimsten Gedanken und Erlebnisse anvertrauen. Ich gehöre offenbar dazu. Ich bin ein Garbage Man. Drogenkarriere, sexsüchtiger Ehemann, Hund tot, Schwiegermutter unerträglich? Egal! Immer her damit, auch wenn wir uns noch nie zuvor gesehen haben.

Als Kind der 80er mit viel Fernsehen großgeworden, ist es nicht verwunderlich, dass ich auch irgendwann zum Serienjunkie werden musste. Und ich liebe Zombies, was uns zum nächsten Titel führt:

The Walking Bad sind allerdings überraschend vital und permanent damit beschäftigt, anderen die Laune zu verderben mit ihrer lästigen Nörgelkritik, ihrem Gezweifle und ihrem Negativismus. Und das alles gemütlich von der Couch aus. Und so erkennt man diese Hate-Zombies im Gegensatz zu den echten leider nicht im realen Leben. 

Mit A Place in Hell wird der Höhepunkt der Theraphiesessions erreicht. Zu meinem engsten Umfeld und damit zum eigenen Leben gehören Missbrauchsopfer. Und Täter. Hier kann ich aussprechen womit mir der unbeholfene Umgang halblebenslänglich nicht richtig gelingen mochte. Keine weiteren Fragen. 

Und oft sind es gerade diese Menschen, denen in der Kindheit schlimmes widerfahren ist von denen man kaum Gejammere und ewiges „Mimimi“ hört. Eben kein Backstage At The Opera, sondern ein erfolgreicher Versuch trotzdem das beste aus dem einen Leben herauszuholen. Denn auf die Gefahr hin, dass es wirklich das letzte ist: Seid verdammt nochmal nett zueinander! 

… und macht Euch einen guten Kaffee zum letzten Song Caffeine 😉

Der Heilungsprozess

Jawoll! Es wird jedes Instrument selbst eingespielt, selbst gesungen und selbst gemischt! Was als reines Soloprojekt begann wandelte sich spätestens nach dem ersten Versuch, Schlagzeug zu spielen zu einer Kooperation mit dem Schlagzeuger Jason Cooper aus Memphis, den ich über Instagram kennen lernte. Sein Input führte dazu, dass die Songs zunehmend an Substanz gewannen. Dies veranlasste mich auch zur Suche nach einem wirklich fähigen Sänger.
Mein Wunschkandidat Chris Cornell stand tragischen Umständen geschuldet leider nicht mehr zur Auswahl und meine Suche führte mich zu Cyler James Holverson, dessen erster Beitrag mich sofort berührten (dann kam Los Angeles unter Lockdown und es war für fast 3 Monate nicht mehr möglich ihn ins Studio zu holen) . Für ein paar Songs erschien  mein Kreuzfahrtkollege Florian Braun alternativlos (dieser saß daraufhin ebenfalls für 6 Wochen im Hafen von Marseille auf der MS Europa 2 fest)  und zu meiner absoluten Begeisterung bot sich ein Freund aus SchulbandtagenThorsten Nathan an, die restlichen Nummern zu singen. Damit war der Gesang komplett und über Social Media meldeten sich noch Schlagzeuger Jack Beddis (UK), Saxophonist Martin Seiler (New York) und Pianist James Hurley, um ihr Talent beizusteuern. Meine persönlichen Fanboymomente erlebte ich dank Joe Doblhofer und natürlich dem legendären Thomas Lang.

Mit diesem hatte ich 2019 das Vergnügen, in Los Angeles einen Kaffee trinken zu gehen (welche Songidee kam da wohl zustande?) und zu meiner großen Begeisterung gefielen ihm auch meine beiden Instrumentalstücke so gut, dass er die Drums dazu beisteuerte. Das Sahnehäubchen am Bass dazu lieferten dann noch Johannes Ochsenbauer und André Schwager, mit denen mich eine Freundschaft seit unserer gemeinsamen Studienzeit verbindet.

So wurde aus einem geplanten Alleingang eine Herzensangelegenheit mit internationaler Beteiligung und vielen Einflüssen von außen und zumindest in Bezug auf die Besetzung war Social Media doch noch für eine positive Überraschung gut.

Die Psychopharmaka:

Für alle Gearheads noch eine kleine Übersicht der Signalkette und verwendeten Instrumente:

Die Aufnahmesituation im Wohnhaus erfordert ein gut durchdachtes Konzept um auch bei niedriger Raumlautstärke einen guten Sound zu bekommen. So war der Aufbau wie folgt:

– Gitarre -> OD/MOD -> Amp -> Grossmann Isolation Cab -> Shure SM57 und Sennheiser 906 -> UAudio Apollo -> Logic

– Bass -> UAudio Apollo -> Logic

Als Gitarren im Einsatz:

Fender ’78 Strat, ’66 Tele  

Xotic XS4 (Josh Smith) Strat  

Gibson ’80 ES 335, ’94 Les Paul Standard, ’96 Les Paul Studio (Goldfoils for Slide), ’69 SG, ’68 Melody Maker 

Epiphone ’53 Regent 

70ies Guyatone Pedal Steel

Fender und Taylor Akustiks 

Amps:

Fender ’64 Showman

Suhr Badger 18

Fender Pro Junior Clone

Overdrives und Mods:

T. Jauernig Kollmanation

Vertex Dynamic Distortion, Steel String

Maxon SD9

Xotix RC Booster, EP Boost

Fulltone Octafuzz

ZVex Fuzzfactory

Eventide H9

Electro Harmonix Qtron, B9, Synth9

UAudio Plugins Delay/Reverb

Lovepedal PickleVibe, Babyface Tremolo